Dieselbe Strategie gegen Entzündung und Bluterguss

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Verletzungen der Weichteile um die Gelenke (Muskeln, Sehnen, Bänder usw.) sind häufig, sowohl beim Sport als auch bei anderen Gelegenheiten. Für die Prävention und Heilung sind bei allen Weichgeweben dieselben Ansätze hilfreich. Ihre persönliche, kompetente Beratung ist gefragt!

Sport ist gesund, aber mit Risiken verbunden, weshalb der Prävention eine wesentliche Rolle zukommt. Dazu gehört, dass die gewählten Aktivitäten den eigenen Fähigkeiten und Grenzen angepasst sein müssen. Das Training soll aufbauend gestaltet werden und das Material geeignet und von guter Qualität sein. Jeder Sporteinheit sollte ein Aufwärmen vorausgehen, zum Schluss folgt ein Stretching.

Wichtig ist auch der Hinweis auf eine ausgewogene Ernährung. Diese liefert Antioxidanzien wie Beta-Carotin, Vitamine C und E, Selen usw., welche die bei Anstrengung entstehenden freien Radikale neutralisieren,sowie Proteine zur Unterstützung der Geweberegeneration. Bei intensivem Training sollten Antioxidanzien in Form einer Kur mit einer Nahrungsergänzung zugeführt werden, bei regelmässigem Krafttraining gilt dasselbe für Proteine.

Soforthilfe bis zum Arzttermin

Wir unterscheiden zwischen Muskelverletzungen (Überdehnung, Zerrung, Riss) und Beeinträchtigungen von Knochen und Bändern (Verstauchung, Sehnenentzündung, Verrenkung). Die erste Massnahme besteht stets darin, das Training abzubrechen, schnell Eis aufzulegen, das betroffene Glied hochzulagern und einen elastischen Verband anzulegen.

Gemeinsam ist diesen Verletzungen, dass sie Schmerzen verursachen und eine Entzündung vorliegt. Deshalb empfiehlt sich die lokale Anwendung eines schmerzstillenden
und entzündungshemmenden Mittels wie Diclofenac. Das Gel oder Patch bietet den Vorteil einer kontinuierlichen Abgabe des Wirkstoffs auf den schmerzhaften Bereich ohne Nebenwirkungen auf Magen und Verdauung.

Bei einem neuen Tissugel ist der entzündungshemmende Wirkstoff mit Heparin kombiniert, das gegen entzündliche Beschwerden mit Wassereinlagerung und Bluterguss hilft. Das Patch bietet eine wirksame, tief wirkende Behandlung für solche Verletzungen, bei
denen nicht massiert werden soll. Zudem verursacht das Eis auf dem mit dem Tissugel behandelten Bereich kein unangenehmes Brennen.

Die lokale Behandlung kann mit einem oralen schmerzstillenden/entzündungshemmenden Medikament ergänzt werden.

Eine physiotherapeutische oder osteopathische Behandlung beschleunigt die Heilung und reduziert die Gefahr von Rückfällen.

 

Wie lassen sich Sportverletzungen vermeiden?

Ob im Alltag, bei der Arbeit oder beim Sport: Verletzungen am Bewegungsapparat oder chronischer Schmerz können einem ganz schön zusetzen. Die beiden Hauptgründe für Verletzungen sind erstens Ungeschicklichkeit: eine schlechte Haltung etwa, eine patzige Bewegung oder Selbstüberschätzung. Ein zweiter Grund ist eine Fehleinschätzung des korrekten Trainingsvolumens. Ein überfrachtetes Programm führt fast immer zu Verletzungen. Und diese wiederum haben nicht nur auf den Körper negative Auswirkungen – da man das Training zwangsläufig pausiert – sondern auch auf die Psyche und die Motivation.

Um solche Stolpersteine zu umgehen, sollten gewisse Regeln beachtet werden:

  • Die Technik erlernen/optimieren: Ob beim Tragen schwerer Lasten oder beim Rennen, Springen, Hüpfen – hier ist stets die richtige Haltung entscheidend. Schlecht ausgeführt Bewegungen schaffen unnötige Spannungen, die zu Entzündungen führen können.
  • Wird die Technik erst beherrscht, gilt es eine gute Kondition zu erhalten (Muskelkräftigung, Dehnen, Propriozeption, Gleichgewicht, Ausdauer usw.) und die Übungen zu variieren, damit keine Langeweile entsteht.
  • Die Ausrüstung soll auf die trainierende Person und die Sportart abgestimmt sein.
  • Auf An-Spannung folgt Ent-Spannung: Erholungsphasen sind genauso wichtig wie Trainingsphasen. Das Trainingsprogramm sollte nicht überfrachtet werden, in der falschen Annahme, dies führe schneller zum Ziel.
  • Eine gesunde Lebensweise – gute Ernährung, ausreichend Schlaf und Flüssigkeitszufuhr – rundet ein ausgewogenes Training ab.

Durch die Beachtung dieser Prinzipien lassen sich so manche Beschwerden vermeiden. Auch Arbeitszeitausfälle als Folge von Verletzungen lassen sich verhindern, und sportliche Ziele lassen sich mit mehr Zuversicht und ohne Druck erreichen. Sowohl für Anfänger/innen als auch Fortgeschrittene lohnt sich die Zusammenarbeit mit einem professionellen Sport-Coach, denn er hat einerseits die notwendigen Fachkenntnisse, um ein optimales Trainingsprogramm zusammen zu stellen, und andererseits behält er einen professionellen Überblick und kann Trainierende entweder ausbremsen, wenn er es für erforderlich hält, oder sie aber ermutigen, noch mehr an sich zu arbeiten.

Sport treiben ist gut, aber richtig Sport treiben, ist besser!

Aebischer Benjamin*

 

*Benjamin Aebischer, MSc Bewegungs- und Sportwissenschaften, Spezialist APA (Adapted Physical Activity) arbeitet in der interdisziplinären Praxis METICS Santé & Performance, www.metics.ch.