Wenn Antibiotika das Leben bestimmen

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Das Immunsystem schützt gegen äussere «Angreifer» wie Viren, Bakterien, Pilze, Parasiten und auch innere «Rebellen» wie Krebszellen durch vielschichtige Schranken und komplexe Schutzsysteme. Beim variablen Immundefekt-Syndrom (Common variable Immunodeficiency, kurz CVID) versagen sogenannte Steuervorgänge bei der Produktion von Immunglobulinen, jenen Proteinen, welche als spezifische Abwehrstoffe wirken. Diese Antikörper erkennen und zerstören gezielt Krankheitskeime.

Der Begriff CVID bezeichnet eine Gruppe von Störungen mit vermutlich verschiedenen Ursachen. Die Krankheit beginnt meistens in mittlerem Alter. Die wechselnde Ausprägung der Erkrankung verunmöglicht häufig eine rasche Diagnose. Langwierige Nasennebenhöhlen- oder Mittelohrentzündungen, chronischer Husten, Durchfall oder Gewichtsverlust treten zu Beginn auf. Die meisten CVID-Betroffenen leiden an häufigen und schweren Infekten der Atemwege, die trotz Antibiotika-Therapie schlecht heilen.

Die Co-Autoren der neuen Broschüre, Dr. med. Thomas Hauser und Prof. Dr.med. Arthur Helbling, beschreiben nebst der Klinik auch die Diagnostik, welche Fachärzte der Allergologie und klinischen Immunologie beim Verdacht auf CVID anwenden, sowie die therapeutischen Massnahmen: Dabei werden die fehlenden Immunglobuline mittels Infusion von Immunglobu-linen von Blutspendern ersetzt. Ziel ist, die Betroffenen vor Infektionskrankheiten zu schützen und ihnen ein weitgehend beschwerdefreies Leben zu ermöglichen.

Die Broschüre «Immunschwäche? Das variable Immundefekt-Syndrom (CVID)» ist bei der Geschäftsstelle von aha! (Tel. 031 359 90 00, [email protected]) oder als Download auf erhältlich.

Mit dem Welt-Immunologie-Tag, der seit 2005 jeweils am 29. April stattfindet – 2011 erstmals auch in der Schweiz – wird auf die zahlreichen Krankheiten des Immunsystems aufmerksam gemacht.

Weitere Informationen:

Schweizerische Vereinigung für angeborene Immundefekte (SVAI): www.svai.ch

International Patient Organisation for Primary Immunodeficiencies (IPOPI): www.ipopi.org

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