Michel Broillet, ein Schweizer, der Rekorde brach und Geschichte schrieb.

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1975 zeigte uns das Apollo- Sojus-Projekt, dass die Feinde des Kalten Krieges zumindest im Weltall kooperieren konnten. In der Disziplin des Gewichthebens, in der Anabolika bis 1974 zugelassen waren, führten die Ostblockstaaten weltweit. Doch plötzlich gelang es einem kleinen stämmigen Schweizer, diese Hierarchie auf den Kopf zu stellen. Mit Michel Broillet ist heute eine Weltgrösse des Sports mit einer packenden Geschichte unser Gesprächspartner.

Michel Broillet, Sie sind 1944 in Gruyère geboren. Wie und warum sind Sie in die Stadt Genf gekommen, in deren Umgebung Sie heute noch leben?

Aus beruflichen Gründen. Ich absolvierte eine Lehre als Bäcker-Konditor. Damals zog es viele Freiburger nach Genf.

Damals begannen Sie mit Bodybuilding im Sportverein Châtelaine (GE) und wurden 1982 gar Mister Schweiz. Doch was führte Sie schliesslich zu dieser anspruchsvollen Disziplin des Gewichthebens?

Ich war ein schmächtiger Junge. Mein Schwager meinte, ich solle in einem Club Bodybuilding trainieren. Als sich zeigte, dass ich gewisse Voraussetzungen erfüllte und Leidenschaft dafür entwickelte, wurde ich angefragt, ob ich bei einem Wettkampf mithelfen würde. So kam ich ganz zufällig zum Gewichtheben.

Der Zufall hat es wirklich gut gemeint. So wurden Sie also Gewichtheber, und es ist nicht so ohne, alleine eine 170 Kilogramm schwere Hantel zu stemmen. Welche Voraussetzungen haben Sie dafür prädestiniert?

Da ich spät eingestiegen bin, brachte ich wohl einige Grundvoraussetzungen mit. Nicht die Kraft allein ist entscheidend, sondern die Schnellkraft. Training und die mentale Einstellung sind auch sehr wichtig.

Zweiter bei der WM 1975, Weltmeister 1977, zweimal Bronze bei den Europameisterschaften, mehrfacher Schweizer Meister, Weltrekordhalter, 3 Selektionen für die Olympischen Spiele. Welche ist Ihre schönste Erinnerung aus diesem Erfolgspanorama?

Meine schönste Erinnerung ist sicher der Weltmeistertitel 1977. Priorität galt dem Beruf, denn damals konnte man mit dem Sport nichts verdienen. Begeisterung und Emotionen waren unser grösster Lohn.

Wie ich sehe, sind Sie topfit und gehen in Ihrer Rolle als Grossvater ganz auf. Treiben Sie noch Sport? Wie geht es Ihnen heute, Michel Broillet?

Ich fühle mich fit und geniesse den Ruhestand zusammen mit meiner Frau, meiner Familie und meinen Enkeln. Ich fahre gern Velo und achte auf meine Gesundheit, wobei ich auch gerne das Leben geniesse.

 

Das Interview führte Serge C. Ducret

 

Mehr Infos zu Michel Broillet:

Radio Télévision Suisse «Caméra sport» (nur Französisch)

Radio Télévision Suisse – Caméra sport

 

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