Wenn es beisst und juckt …

Die unangenehmen und quälenden Hautreizungen, von der leichten Missempfindung bis hin zur wahren Tortur, sind gemeinhin als Juckreiz oder Pruritus bekannt. Typisch ist ein unbezähmbares Verlangen, sich zu kratzen. Kratzen jedoch bringt nur kurzfristige Erleichterung, danach verstärkt sich der Juckreiz und führt schliesslich zu Hautläsionen, die sich leicht infizieren können.

Man unterscheidet zwischen lokalisiertem oder generalisiertem, gelegentlichem oder chronischem Pruritus.

Dieser kann:
• Bei Hauttrockenheit auftreten (durch ungeeignete Produkte, Mangel an Vitamin A oder mehrfach ungesättigten Fettsäuren)
• Symptom einer Hautkrankheit (atopisches Ekzem bzw. Neurodermitis, Psoriasis bzw. Schuppenflechte, Urtikaria bzw. Nesselsucht usw.) oder internistischen Erkrankung sein (Leberleiden, Niereninsuffizienz, Schilddrüsenfunktionsstörung, Diabetes mellitus usw.)
• Als Nebenwirkung von Medikamenten auftreten (Blutverdünner, gewisse Psychopharmaka usw.)
• Als allergische Reaktion auf Medikamente, Nahrungsmittel, Kosmetika, Textilien usw. auftreten
• Ohne jede erkennbare Ursache auftreten, was als Pruritus «sine materia» bezeichnet wird.
Bei der ärztlichen Abklärung werden nötigenfallsAnalysen zur Feststellung der Ursache vorgenommen: Allergietests, Blutproben usw.

Geeignete Therapien

In jedem Fall empfehlen sich folgende Vorkehrungen:
• Lieber mit der Handfläche als mit den Nägeln kratzen
• Nur kurz und nicht zu heiss duschen
• Seifenfreie Reinigungsprodukte verwenden
• Die Haut sanft trocken tupfen, anstatt zu rubbeln.

Bei trockener und juckender Haut helfen rückfettende Produkte und allenfalls Nahrungsergänzungen (Vitamin A, Nachtkerzenöl usw.), während Hautkrankheiten mit spezifischen, innerlich und/oder äusserlich anzuwendenden Medikamenten behandelt werden.

Zur Therapie von Allergien sollten nach Möglichkeit zunächst die auslösenden Allergene beseitigt werden und, bei Bedarf, Antihistaminika zum Einsatz kommen. Dies gilt auch für Juckreiz infolge internistischer Krankheiten oder unverzichtbarer Medikamente.

Cortisonhaltige Produkte zum Einreiben sollten nur bei starkem Juckreiz und kurzfristig eingesetzt werden (Risiko von Hautatrophien). Bewährt haben sich aber auch cortisonfreie Alternativen. Sie sind gut verträglich und eignen sich für die ganze Familie. Hierzu gehören etwa die Cremen mit befeuchtendem und regenerierendem Dexpanthenol sowie hautverwandten Lipiden, die direkt in die Lipidschicht der Hautbarriere eingebaut werden.

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Rita Ducret-Costa
Chefredakteurin von vitamag®, Pharmazeutin mit Abschluss an der Universität von Bologna, Ernährungswissenschaftlerin und Homöopathin.

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