Unterschätzter Heuschnupfen: Allergie-Impfung als einzige ursächliche Behandlungsmethode

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Juckende und tränende Augen, eine tropfende Nase und ein Kratzen im Hals – Jahr für Jahr leiden von Mai bis September rund eine Million Schweizerinnen und Schweizer an der Gräserpollen-Allergie, der am weitesten verbreiteten Form von Heuschnupfen. Neben dem Anschwellen der Binde- und Schleimhäute und Juckreiz schlafen die Betroffenen schlechter und sind dann tagsüber müde.

Insgesamt leidet rund ein Fünftel der Schweizer Bevölkerung an Symptomen der Pollenallergie. Heuschnupfen ist damit die häufigste allergische Erkrankung in der Schweiz: Eine neue Studie1 zeigt nun, dass in Europa nicht nur mit einer Zunahme von Betroffenen, sondern auch der Pollenmenge zu rechnen ist. Gerade Allergiker, die in Städten leben, müssen sich laut Experten auf eine höhere Pollenbelastung einstellen.

Vom Heuschnupfen zum Asthma

Heuschnupfen ist nicht nur lästig, sondern kann ernsthafte gesundheitliche Folgen haben. Heuschnupfenpatienten erkranken leichter an zusätzlichen Allergien. Zudem besteht das Risiko, dass die Betroffenen ein allergisches Asthma entwickeln. Diesen so genannten Etagenwechsel – der Heuschnupfen „wandert“ vom Nasen-Rachen-Raum in die Bronchien – beobachtet auch Prof. Dr. Peter Schmid-Grendelmeier in seinem Behandlungsalltag. Er leitet die Allergiestation am Universitätsspital Zürich: «Viele Patienten kommen mit Beschwerden wie Husten und Atemnot in die Sprechstunde. Diese sind oft erste Anzeichen einer Asthmaerkrankung, die sich anbahnt».

Ursache des Heuschnupfens bekämpfen

Heuschnupfen kann unterschiedlich behandelt werden: Man reduziert die allergieauslösenden Stoffe möglichst auf ein Minimum und bleibt bei besonders hoher Pollenbelastung im Haus oder behandelt die Beschwerden mit Medikamenten. Demgegenüber ist die Immuntherapie – eine Art Impfung – bis heute die einzige Möglichkeit, eine Pollenallergie langfristig zu behandeln und damit einem schweren Verlauf der Allergie vorzubeugen. Bei dieser Impfung werden Patientinnen und Patienten z.B über eine längere Zeit mit einer Gräsertablette therapiert (vgl. «Hintergrundinformation Allergie-Impfung»). Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Betroffene auch zwei Jahre nach Ende dieser Tabletten-Immuntherapie bedeutend weniger Beschwerden haben und weniger Medikamente benötigen.

Kinder betroffener Eltern sind höherem Risiko ausgesetzt

Die Gräsertablette eignet sich für viele Graspollenallergiker, vor allem auch für Kinder ab 5 Jahren. In der Regel tritt Heuschnupfen nicht vor dem dritten Lebensjahr auf, vielfach jedoch ab dem Schulalter. Kinder, deren Eltern oder Geschwister bereits an Allergien leiden, haben ein deutlich höheres Risiko, ebenfalls allergische Reaktionen zu entwickeln. Für Prof. Dr. Schmid-Grendelmeier ist die Sensibilisierung und Aufklärung von Pollenallergikern deshalb zentral: «Leiden beide Elternteile an Heuschnupfen, sollten sich diese bewusst sein, dass ihr Kind einem um 50 bis 70 Prozent erhöhtem Risiko ausgesetzt ist, ebenfalls eine Allergie zu entwickeln.»

Tipps für Betroffene

• Beachten Sie die aktuellen Polleninformationen für Ihre Region. http://www.meteoschweiz.admin.ch/web/de/wetter/gesundheit/pollenprognosen.html

• Reisen Sie in pollenarme Feriendestinationen, z.B. in die Berge oder ans Meer.

• Waschen Sie in den Sommermonaten abends Ihre Haare und legen Sie die Kleider nicht im Schlafzimmer ab. Pollen können daran haften.

• Tragen Sie im Freien eine Sonnenbrille: zum einen halten sie einen Teil der Pollen von den Augen fern und schützen zudem die bereits irritierte Augenschleimhaut, die während der allergischen Reaktion lichtempfindlicher ist als sonst.

• Verzichten Sie auf Sport im Freien bei starkem Pollenflug, um bei stärkerer Atmung nicht noch mehr Pollen einzuatmen.

• Bringen Sie an den Fenstern im Haus Pollenschutzgitter und im Auto Pollenfilter an.

Weitere Informationen zu Heuschnupfen finden Sie unter: www.aha.ch / www.pollenundallergie.ch

Kontakt für Rückfragen

ALK Abelló AG Prof.

Alex Kristensen

Industriestrasse 30

8604 Volketswil

T: 044 908 21 00


Informationen vom Allergie-Experten

Dr. med. Peter Schmid-Grendelmeier

Leiter Allergiestation, Dermatologische Klinik

Universitätsspital, Gloriastr. 31

8091 Zürich

Tel. 044 255 30 79

[email protected]

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