Über Probleme im Intimbereich sprechen

Inkontinenz, Scheidentrockenheit, Scheidenjucken … Die meisten Frauen genieren sich oft sogar im Familien- und Freundeskreis, über solche Probleme zu sprechen. In der Apotheke/Drogerie ihres Vertrauens erhalten sie aber diskrete und wertvolle Hilfe.
 

Auch die bakterielle Vaginose, gemeinhin Vaginose genannt, gehört zu diesen Tabuthemen. Typisch für das Frauenleiden ist ein Ungleichgewicht der Scheidenflora: Die schützenden Milchsäurebakterien sind zahlenmässig vermindert, anaerobe Keime wie Gardnerella vaginalis hingegen vermehrt. Obschon vor allem sexuell aktive Frauen betroffen sind, handelt es sich nicht um eine sexuell übertragbare Krankheit.
Jede dritte Frau ist mindestens einmal im Leben davon betroffen; bei der Hälfte der Betroffenen verläuft die Krankheit asymptomatisch. Sind hingegen Symptome vorhanden, schränken sie
die Lebensqualität massiv ein. Mit übelriechendem Ausfluss, Juckreiz und Hautrötungen.

 

Hohes Risiko in der Schwangerschaft

Unabhängig von bestehenden Symptomen kann eine Vaginose Komplikationen nach sich ziehen, vor allem das Risiko für weitere gynäkologische Infektionen. Während der Schwangerschaft können die Folgen besonders gravierend ausfallen: Es besteht ein erhöhtes Risiko für eine Fehlgeburt oder eine Fruchtwasserinfektion, und letztere kann beim Neugeborenen zu neurologischen und Lungenproblemen führen.
Die Ursachen der Vaginose sind nicht genau geklärt, doch wurden zahlreiche Faktoren identifiziert, die ihre Entstehung begünstigen: gewisse Medikamente (die «Pille», Antibiotika), Hormonveränderungen (Schwangerschaft, Menopause), Geschlechtsverkehr, die Tage vor und nach der Menstruation, Diabetes, Stress usw.
Zur Behandlung der Vaginose gehört eine mündliche oder lokale Antibiotikatherapie. Leider ist die Rückfallquote sehr hoch: 30 bis 50 % der betroffenen Frauen erleiden 1 bis 6 Monate nach dem Absetzen der Antibiotika einen Rückfall. Zu den Risikogruppen gehören Frauen, die bereits an einer Vaginose oder an einem Scheidenpilz erkrankt sind oder mit Antibiotika behandelt wurden, sowie Schwangere, Frauen, die die «Pille» nehmen, oder Frauen nach der Menopause.
Neu sind in Apotheken und Drogerien praktisch und einfach einzunehmende Tabletten mit vier verschiedenen Laktobacillus-Stämmen erhältlich. Mit ihrer ausgleichenden Wirkung auf die Scheidenflora sind sie eine echte Innovation und entsprechen wirklich einem Bedürfnis.

Rita Ducret-Costa
Chefredakteurin von vitamag®, Pharmazeutin mit Abschluss an der Universität von Bologna, Ernährungswissenschaftlerin und Homöopathin.

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