Start Communiqués de presse Tuberkulose-Bekämpfung in den letzten 20 Jahren: Erfolg oder Misserfolg?

Tuberkulose-Bekämpfung in den letzten 20 Jahren: Erfolg oder Misserfolg?

In den letzten zwanzig Jahren haben sich die Methoden zur Tuberkulose-Bekämpfung deutlich entwickelt. Trotzdem: Auch heute noch gehört Tuberkulose (TB) neben Aids und Malaria zu den häufigsten Infektionskrankheiten. Sie fordert jährlich etwa zwei Millionen Todesopfer. Fehlender Zugang zur Gesundheitsversorgung, unsichere Verfügbarkeit der Medikamente und für die Betroffenen teure Behandlungen verunmöglichen eine so dringend notwendige konsequente Behandlung. 

Die Erfolge lassen sich sehen
Vor 100 Jahren war die Tuberkulose auch in der Schweiz weit verbreitet. Heute ist sie in den meisten industrialisierten Ländern selten geworden. Kaum jemand stirbt an Tuberkulose und es gibt weniger Neuerkrankungen. Diagnostische Methoden, einheitliche Behandlung, epidemiologische Überwachung und Weitergabe der wissenschaftlichen Erkenntnisse verbesserten sich spürbar. Nationale Programme zur Tuberkulose-Bekämpfung wurden in den Ländern mit der höchsten Krankheitsrate durch finanzielle Unterstützung des Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria gestärkt.

Unerwartete Bedrohung: HIV/AIDS und multiresistente Bakterienstämme
In zahlreichen Ländern, wo die Tuberkulose noch verbreitet ist, erschweren die rasche Ausbreitung von HIV/AIDS und neue multiresistente und schwer behandelbare Formen von Tuberkulose die Bekämpfung. Bei HIV-positiven Menschen bricht Tuberkulose viel häufiger aus und verläuft schwerer als bei Menschen ohne HIV. Multiresistente und extrem resistente Bakterien-Stämme entwickelten sich durch frühere Fehler in der Behandlung. Solche Tuberkulose-Formen sind mit den aktuellen Medikamenten nur sehr schwer behandelbar.

Ist die Tuberkulose-Bekämpfung geglückt?
Mit den heutigen Medikamenten ist ein langsamer Rückgang der Tuberkulose zwar möglich. Aber auch wenn diese optimal eingesetzt und massiv in die Gesundheitsstrukturen investiert wird, wird es eine oder gar zwei Generationen dauern. Erfolg oder Misserfolg also? Man kann heute zumindest von einem Teilerfolg sprechen. Dr. Paul Nunn, Tuberkulose-Spezialist der Weltgesundheitsorganisation WHO bestätigt: „Es gab einen riesigen Fortschritt in den letzten paar Jahrzehnten. Aber wir brauchen neue Mittel und Strategien um Tuberkulose zu kontrollieren – die einfache Arbeit ist grösstenteils gemacht. „Dass aber in zahlreichen Ländern mehr als jeder zehnte, jede zehnte Tuberkulosekranke an dieser Krankheit stirbt, zeigt, dass alles unternommen werden muss, um die Situation in den Griff zu bekommen. Über die nötigen Massnahmen sind sich die Fachleute international einig. Und Prof. Don Enarson von der Internationalen Union gegen Tuberkulose betont, dass das Tuberkuloseproblem ein globales Problem ist: „Die Tuberkulose wird nirgends eliminiert, solange sie nicht überall und gleichzeitig eingedämmt wird.“

Neue Broschüre und neues Infoblatt über Tuberkulose
Soeben ist eine neue Broschüre über Tuberkulose der Lungenliga erschienen. Die illustrierte Broschüre erklärt knapp und verständlich die Krankheit, Ansteckung und Behandlung. Vor kurzem erschien zudem ein neues Infoblatt „Häufig gestellte Fragen zur Tuberkulose und ihre Antworten“, das auch als download zur Verfügung steht. Diese und weitere Broschüren können kostenlos in Deutsch, Französisch und Italienisch über www.lungenliga.ch , per E-Mail bei [email protected], oder per Telefon unter 031/378’20’50 bestellt werden.

Das Kompetenzzentrum Tuberkulose der Lungenliga

– publiziert aktuelle Empfehlungen zur Tuberkulose-Bekämpfung und Behandlung,
– bietet Weiterbildungen für Fachpersonen und Ärzt/-innen an,
– informiert Fachpersonen auf www.tbinfo.ch ,
– stellt die Tuberkulose-Hotline 0800’388’388 für medizinisches Personal zur Verfügung.

Weitere Informationen unter:

www.lungenliga.ch
www.tbinfo.ch

www.stoptb.org

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