Solarium und Sonne… vom Regen in die Traufe

Vor wenigen Jahrzehnten war es für Sonnenfans noch fast eine Pflicht, sich vor der Sonnenexposition im Solarium vorbräunen zu lassen. Sogar manche Dermatologen rieten zur Vorbereitung der Haut auf die Sonne – wenn auch zu minimalsten Dosen –, und so hegte niemand Bedenken. Schnell waren aber die ärztlichen Empfehlungen vergessen … aus minimal wurde maximal, und man liess den Dingen ihren Lauf.
Eine vorgebräunte Haut galt gemeinhin als weniger anfällig für Sonnenbrand und Rötungen, und so wurde die Haut schonungslos der UV-Strahlung ausgesetzt. Die Sommerbräune wurde nach den Ferien im Strandbad verlängert, auf dem Balkon oder im Garten. Aber damit noch nicht genug: Auch im Herbst, dann im Winter sollte die Bräune halten, denn schliesslich lässt sich so einem Vitamin-D-Mangel und einer Winterdepression vorbeugen. Eine dauerhafte schöne Bräune wurde zum Preis für das erstrebenswerte Wohlgefühl, zugleich wurden unschöne Falten und Flecken abgemildert, die umso stärker sichtbar werden, wenn sich die Bräune ausbleicht.
Doch unsere Haut hat ein UV-Gedächtnis: Sie vergisst die Strapazen nicht, denen wir sie lebenslang ausgesetzt haben. Heute lassen sich Falten und Flecken mildern oder gar beseitigen, aber wie steht es um das Hautkrebsrisiko? Leider hält unser Land europaweit den Rekord der Melanomhäufigkeit.

Rita Ducret-Costa
Chefredakteurin von vitamag®, Pharmazeutin mit Abschluss an der Universität von Bologna, Ernährungswissenschaftlerin und Homöopathin.

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