Paracetamol-Vergiftung: Beachten Sie die Dosierung!

Es ist das am häufigsten verwendete Schmerzmittel der Welt. In der Schweiz ist es in Form von Tabletten zu 500 Milligramm rezeptfrei erhältlich. Seit 2003 kann es in der doppelten Dosis, in 1000-Milligramm-Tabletten, verschrieben werden. Seitdem haben sich die Fälle von Paracetamol-Vergiftungen im Lande mehr als verdoppelt. Im Falle einer Überdosierung kann dieses Medikament sehr gefährlich für die Gesundheit sein.

Paracetamol wurde zuerst als Präparat für Kinder zugelassen und sorgte anfangs nicht für allzu grosses Aufsehen. Schon bald kam es aber dank seiner schmerzstillenden und fiebersenkenden Wirkung auch bei Erwachsenen häufiger zum Einsatz.

Heute ist Paracetamol das am meisten verwendete Analgetikum, allein oder in Kombination mit anderen Wirkstoffen. Es ist die erste Wahl sowohl bei akuten (Kopfschmerzen, Rückenschmerzen usw.) als auch bei chronischen Schmerzen (Arthrose). Dank seiner fiebersenkenden Wirkung kommt es häufig auch bei erhöhter Körpertemperatur und Fieber (Grippe) zum Einsatz, bei Erwachsenen ebenso wie bei Kindern. Derzeit wird es auch zur Behandlung der Symptome von COVID-19 empfohlen. Da Paracetamol so häufig verschrieben wird, steigt das Risiko einer Paracetamolvergiftung.

Die Gründe des Erfolgs

Es gibt viele Gründe für die Beliebtheit des Wirkstoffs. Erstens ist Paracetamol gemäss aktuellem Wissensstand deutlich magenverträglicher als Aspirin, aber auch als andere Entzündungshemmer. Paracetamol weist zudem einen anderen Wirkmechanismus auf und hat deshalb nicht dieselben Wechselwirkungen, insbesondere mit blutverdünnenden Mitteln. Zudem kann Paracetamol auch bei Säuglingen, Kindern, Schwangeren und älteren Menschen angewandt werden.

Weil das Präparat so oft gewählt wird, stehen auch verschiedenste galenische Formen (Filmtabletten, Tabletten, Brausetabletten, Zäpfchen, Trinklösungen, Beutel, Infusionen usw.) und Dosierungen zur Verfügung. Bei Bedarf kann Paracetamol mit anderen Schmerzmitteln kombiniert werden, wenn eine medizinische Fachperson dazu rät.

Vorsicht vor Überdosierung!

Leider ist Paracetamol nicht bei allen Patienten oder bei allen Schmerzen wirksam. So kann eine Person, wenn sie nicht entlastet wird, versucht sein, die Dosis ohne den Rat ihres Arztes zu erhöhen; in diesem Fall kann es zu einer Paracetamolvergiftung kommen.

Obwohl Paracetamol in therapeutischen Dosen (bis zu 4 g/Tag für Erwachsene) weithin als sicher anerkannt ist, treten jedes Jahr mehr Fälle von schwerer Hepatotoxizität auf, insbesondere seit der Einführung von 1000 mg-Tabletten. Paracetamol ist derzeit die häufigste Ursache für akutes Leberzellversagen in Notaufnahmen in den Vereinigten Staaten und Europa. «Es ist ein sehr sicheres Medikament, allerdings nur für die kurzzeitige Schmerzbekämpfung und solange die Tagesdosis die empfohlene Bandbreite nicht überschreitet», sagt Andrea Burden, Professorin für Pharmakoepidemiologie an der ETH Zürich.

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