Im Gespräch mit… Urs Kolly

Wie sind Sie zur Leichtathletik gekommen?

Ich habe schon vor dem Unfall Leichtathletik betrieben. Sie gefällt mir wegen ihrer Vielseitigkeit. Danach habe ich wieder mit meinen Kollegen vom TSV Düdingen trainiert. Sie haben mich sehr unterstützt. Dank Leichtathletik kann ich alles machen … wie alle andern auch. Zudem hatte ich ein Ziel: Ich wollte unbedingt einmal bei den Paralympics mitmachen!

Dieses Ziel haben Sie ja dann bei Weitem übertroffen! Welche Auszeichnungen haben Sie gewonnen?

Es hat sich alles ziemlich rasch ergeben: Ich hatte das grosse Glück, bei fünf Paralympischen Spielen sieben Goldmedaillen und bei den Welt- und Europameisterschaften viele weitere Medaillen zu gewinnen. Ich hatte auch im Pentathlon (mit 4447 Punkten) den Weltrekord geschlagen sowie den Europarekord im Weitsprung (6,68 m).

Welche Disziplin mögen Sie am liebsten?

Den Pentathlon, weil er so vielseitig ist (100 m, 400 m, Weitsprung, Kugelstossen, Diskuswerfen). Mit 43 konzentriere ich mich jetzt auf Weitsprung.

Wie kriegen Sie Ihren anspruchsvollen Beruf und Ihr Training unter einen Hut?

Neben meiner Familie (Anm. d. Red.: Kolly ist dreifacher Familienvater) und der Arbeit ist Sport ein wertvoller Ausgleich! Nach einem harten Arbeitstag kann ich beim Training richtig abschalten.

Ihre besten Erinnerungen?

Ich habe viele starke Momente erlebt. Die Wahl zum Schweizer Sportler und zum Freiburger Sportler des Jahres hat mich sehr berührt. Daneben aber auch die Bemerkung eines Kollegen in Athen: «Was, du schaffst in deinem Alter noch 7 Meter beim Weitsprung!»

Eine letzte Frage … Wird man Sie nochmal in einem Stadion sehen?

Wenn man nicht weiss, in welche Richtung es geht, ist man auf dem Holzweg. Die Paralympics in London sind mein nächstes Ziel. Und danach wird es sich zeigen. Sicher werde ich aber immer Sport treiben!