Im Gespräch mit … Nicola Spirig

Auf die Hundertstelsekunde.In einem unvergleichlichen Schlussspurt hat die Triathletin Nicola Spirig in London eine von zwei Olympia-Goldmedaillen für die Schweiz geholt.

Nicola Spirig, auf Ihrer Homepage steht, dass Ihr grösster Wunsch in Erfüllung gegangen ist. Wie können Sie sich jetzt noch motivieren?

Das war nicht so einfach und mit ein Grund, weshalb ich die Saison beendet habe. 4 Jahre habe ich nur auf Olympia hingearbeitet. Nun brauche ich Zeit zur Verarbeitung und um mir neue Ziele zu setzen. Man muss sich vorstellen, dass ich keine Sekunde hatte, um den Sieg auszukosten, so knapp war er. Sicher will ich in 4 Jahren meine Olympiamedaille verteidigen. Weltmeisterin war ich noch nicht und es gibt auch noch den Iron Man. 2014 findet in Zürich die Leichtathletik-EM statt – vielleicht starte ich ja über 5000 Meter.

Welche Disziplin hat Ihnen am Olympiatag am meisten Mühe bereitet?

Wie gewohnt das Schwimmen, aber ich kann nicht klagen. Ich bin mit den Favoritinnen aus dem Wasser gestiegen und habe mit meinen starken Disziplinen Rad und Laufen schnell aufgeholt, musste aber bis zum Schluss alles geben.

Ist Triathlon ein Sport für Leute, die in den Einzeldiszi-plinen wenig erreicht haben?

Im Gegenteil: Ich z. B. bin Schweizer Meisterin im 5000-Meter-Lauf, also auch in Einzeldisziplinen ganz vorne mit dabei. Athleten, die es in einer Einzeldisziplin nicht geschafft haben, werden meist auch nicht die besten Triahtleten.

Ist man nicht extrem einsam während eines Triathlons?

Auf der Olympiadistanz nicht. Man hat immer Athleten um sich, auch Zuschauer. Auf der Langdistanz muss man sich unterwegs aber sicher auch oft mit sich selbst auseinandersetzen.

Sie bewältigen ein wöchentliches Pensum von rund 30 km im Wasser, 400 auf dem Rad und 100 zu Fuss. Wie beugen Sie Verletzungen vor?

Triathlon ist sehr vielseitig. Im Wasser und auf dem Rad z .B. bekommen die Gelenke keine Schläge – beim Laufen muss ich aber an die Grenze gehen. Mein Trainer kann mich mit seiner Erfahrung vor vielem verschonen. Trotzdem: Verletzungen passieren. Am Ende kann man aber immer noch die beiden anderen Disziplinen trainieren (lacht).

Neben dem Sport engagieren Sie sich auch wohltätig.

Kinder liegen mir am Herzen: Ich engagiere mich für das Projekt «Schule bewegt» vom Bundesamt für Sport und als Botschafterin von «Laureus Schweiz» für benachteiligte Kinder.