Im Gespräch mit… Johann Tschopp

Weshalb haben Sie sich für den Radsport entschieden?

Im Alter von 10 bis 14 Jahren fuhr ich Skirennen, gleichzeitig trainierte ich häufig mit dem Velo. Ich mag Ausdauersport, und mit 16 habe ich mich unter den Fittichen meines ersten Trainers, Georgy Debons, für den Radsport entschieden.

Seit wann sind Sie Profi?

Mit 22 Jahren trat ich als Profi ins Schweizer Phonak-Team ein. Später wechselte ich zu Bbox-Bouygues Telecom unter Jean-René Bernaudeau.

Welches sind Ihre schönsten Erinnerungen und ­Resultate?

Bei den Amateuren mein 2. Platz an der Schweizer Bergmeisterschaft und mein 3. Rang an der Schweizer Radquermeisterschaft. Als Profi fällt mir da mein Sieg an den Schweizer Mountainbike-Meisterschaften im Marathon und mein 2. Platz im Gesamtklassement der Österreich-Rundfahrt ein. Besonders gefreut hat mich auch mein 2. Platz mit dem Mountainbike am Grand Raid (Verbier–Grimentz). Nie vergessen werde ich die Stimmung bei meinen Teilnahmen am Giro d’Italia (3x) und an der Tour de France (2x).

Nur eine Zahl … wie viele Kilometer fahren Sie pro Jahr?

Bei Trainings und Rennen kommen über 30000 Kilometer zusammen.

Sie fahren Strassen-, Radquer- und Mountainbike-Rennen. Das finde ich erstaunlich! Wie ist das überhaupt möglich?

Achtung! Ich bin Strassen-Profi, hier liegen meine Prioritäten. Ich bin aber gerne in der Natur und mag die Besonderheiten von Radquer und Mountainbike. Das ist für mich Vergnügen!

Was sind Ihre Ziele für 2010?

Die Teilnahme am Giro d’Italia und jede Gelegenheit zum Etappen­gewinn zu nutzen.

Was für ein Verhältnis haben Sie zu Ihrer ­Gesundheit?

Ich achte sehr auf die Ernährung und Nahrungsergänzungen. Ich orientiere mich vor allem an der natürlichen Medizin. Einen hohen Stellenwert räume ich auch der Erholung ein (Massagen, Schlaf). Ich arbeite zudem mit dem Mentalcoach Romain Ducret zusammen.

Obwohl die Frage für einen 28-jährigen Rennfahrer etwas früh kommt: Wie wird Ihr Berufsleben nach dem Spitzensport aussehen?

Ich bin Polymechaniker. Ideal wäre es, meine Ausbildung mit meiner Erfahrung im Profi-Radsport zu kombinieren. Ich habe mir darüber Gedanken gemacht … und Pläne.