Im Gespräch mit… Fabian Kauter

Ein Berner mit vielen Talenten

Wir treffen uns im Café Einstein in Bern. Sie haben es erraten: Ich bin nicht mit dem Nobelpreisträger für Physik verabredet. Sondern mit Fabian Kauter, einem der besten Degenfechter der Welt. Der 29-jährige Berner wirkt entspannt, sympathisch und interessant.

Fabian Kauter, in welchem Alter und weshalb haben Sie mit Fechten begonnen?

Zuerst spielte ich Fussball bei den BSC Young Boys als Stürmer. Mit Fechten begann ich etwa im Alter von 11 Jahren.

Eine richtige Familiensaga! Ihr Vater hat an Olympischen Spielen teilgenommen und Ihre Mutter ist die Schwester von Daniel Giger, einem weiteren grossen Namen im Fechten.

Meine Eltern haben mich nie dazu gedrängt, diesen Sport auszuüben. Wahrscheinlich liegt mir das Fechten aber irgendwie im Blut.

Fast hätten wir es vergessen: Ihr Bruder Michael ist ebenfalls ein erfolgreicher Fechter!

Richtig! Wir haben an den Europameisterschaften sogar zusammen eine Medaille geholt.

Ihr Palmarès ist beeindruckend. Unter anderem haben Sie 4 Europameistertitel und insgesamt 9 Medaillen an Europa- und Weltmeisterschaften geholt. Welches sind Ihre schönsten Erinnerungen?

Für mich persönlich zweifellos mein erster Sieg am Challenge
Bernadotte Grand Prix in Stockholm 2011. Damals wurde mir bewusst, dass ich jeden Gegner schlagen kann. An alle weiteren Medaillen im Team- und Einzelwettbewerb denke ich natürlich ebenfalls sehr gerne zurück.

Was sind Ihre nächsten sportlichen Ziele?

Ich möchte eine Olympiamedaille gewinnen und Weltmeister werden. Ich setze alles daran, dass ich dieses Ziel erreiche.

Sie sind Profi-Fechter, haben aber ausserhalb der Fechthalle ein weiteres Engagement, nämlich die erste Schweizer Crowdfunding-Plattform im Sportbereich mit dem Titel «I believe in you».

Ich brauche etwas als Ausgleich neben dem Fechten. Diese Plattform, die sich sehr erfreulich entwickelt, habe ich geschaffen, weil mir der Sport am Herzen liegt.

Es gibt Fabian Kauter, den Profi-Fechter, den Unternehmer, aber auch den Rapper. Sie sind ziemlich vielseitig?

Ich war Mitglied der Swiss-Rap-Gruppe 6er Gascho. Diese ganz andere Form, sich auszudrücken, machte mir ebenfalls Spass.

Was für ein Verhältnis haben Sie zu Ihrer Gesundheit?

Im Laufe der Zeit bin ich mir noch bewusster geworden, wie wichtig Ernährung, Schlaf und das Hören auf den eigenen Körper sind. Ich achte deshalb auf diese Aspekte.