Haut und Menopause: manchmal überraschende Veränderungen

Normale und trockene Haut neigt in den Wechseljahren zum Austrocknen, während fettige Haut sogar noch öliger werden kann. Wie lässt sich dieses Phänomen erklären?

Männliche Hormone (Androgene) sind kein exklusives Merkmal des «starken Geschlechts». Auch der weibliche Körper produziert sie in geringen Mengen. In den Wechseljahren stellen die Eierstöcke ihre Funktion ein, wodurch dem weiblichen Organismus Östrogene und Progesteron fehlen. Die häufigste Folge ist ein Austrocknen der Haut und der Schleimhäute.

Außerdem führt der Rückgang des Östrogens zu einer Verlangsamung der Erneuerung der Hautzellen. Dies macht sich besonders an der Gesichtshaut bemerkbar, die durch äußere Aggressionen bereits geschwächt ist. Die Haut wird dünner und lockerer, und es können Hautunreinheiten (Pickel, Rötungen) auftreten.

Wenn männliche Hormone überwiegen

Gleichzeitig werden aber weiterhin Androgene produziert, was die Ursache für eine Überproduktion männlicher Geschlechtshormone im Verhältnis zu den weiblichen sein kann. Bei Frauen mit entsprechender Veranlagung, die besonders empfindlich auf Androgene reagieren, kann sich dieses Ungleichgewicht in Anzeichen einer «Vermännlichung», wie Haarausfall, Ausbildung von Körperbehaarung, insbesondere im Gesicht und an den Brustwarzen, einer für die männliche Statur typischen Verteilung des Körperfetts (an Taille, Bauch) sowie einer Zunahme der Talgabsonderungen der Haut äussern.

Die betroffenen Frauen haben aber Glück, dass immer mehr Kosmetikfirmen auf die Bedürfnisse der «fettigen Erwachsenenhaut» eingehen und für diese Gruppe Cremes anbieten, die gleichzeitig klärend und feuchtigkeitsspendend sind. Für die Faltenbekämpfung bei diesem Hauttyp werden Produkte mit sehr leichter Textur angeboten (Seren, Fluids).

Rita Ducret-Costa
Chefredakteurin von vitamag®, Pharmazeutin mit Abschluss an der Universität von Bologna, Ernährungswissenschaftlerin und Homöopathin.

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