Eine souveräne Kraft

Marco Bührer

Er wurde 1979 in Dielsdorf (ZH) geboren, ist Torhüter, errang drei Schweizer Meistertitel und durfte sich 81-mal das Trikot der Nationalmannschaft überstreifen: Marco Bührer. Wir trafen uns mit dieser Ikone des SC Bern mitten in der Saison in der PostFinance-Arena.

Sie haben in verschiedenen Clubs gespielt. Die wichtigsten Stationen waren der SC Bern und die Nationalmannschaft. Welches sind Ihre schönsten Erinnerungen?

Die drei Titel als Schweizer Meister 2004, 2010 und 2013 mit dem SC Bern sowie die 269 Minuten Spielzeit ohne Gegentor in der Saison 2012/13. Ein aussergewöhnlicher Moment in meinem Leben als Torhüter war auch mein erstes Aufgebot mit der Schweizer Nationalmannschaft an den Weltmeisterschaften in Finnland mit einem Sieg gegen die USA.

Hatten Sie in Ihrer Jugend ein Vorbild?

Reto Pavoni, der damals für Kloten spielte, war ein wirklich grosser Torhüter seiner Zeit. Renato Tosio beeindruckte mich nicht nur auf dem Eis, sondern auch mit allem Drumherum: seine Präsenz in den Medien, der Kontakt mit den Fans und den Sponsoren usw.

Welches sind die grössten Veränderungen in Ihrer fast 20-jährigen Karriere?

Die Infrastruktur ist heute professioneller, die Clubs sind zu Unternehmen geworden . . . Zum Beispiel gibt es mehr Autogrammstunden und Sponsorentermine.

Wie sieht Ihr Leben aus, wenn Sie gerade nicht auf dem Eis stehen?

Seit 11 Jahren arbeite ich zu 20 % bei der Rom Treuhand AG. Ausserdem habe ich eine Familie mit zwei Kindern, die mir sehr viel bedeutet.

Welche Gedanken gehen dem Spitzensportler Marco Bührer momentan durch den Kopf?

Ich hatte eine Operation am Fuss, musste längere Zeit mit einem Spezialschuh umherlaufen und kann in dieser Saison nicht mehr spielen. Das gibt mir Zeit, um nachzudenken. Seit meinem Lehrabschluss als Maurer vor 18 Jahren stehe ich als Eishockeyprofi auf dem Eis. Nach der Karriere werde ich neben meinem Beruf im Treuhandwesen eventuell noch andere neue Herausforderungen annehmen. Leben werde ich weiter in Bern. Ich schätze diese Stadt und mag die Leute hier.

Was für ein Verhältnis haben Sie zu Ihrer Gesundheit?

Ich investiere viel dafür, physisch in Topform zu sein. Beim Training im Tor arbeite ich mit dem Goaliecoach Reto Schürch zusammen. Im mentalen Bereich unterstützt mich seit Jahren ein Sportpsychologe, ich halte das für den wichtigsten Aspekt eines Torhüters.

Bonusfrage: Haben Sie immer mnoch dieselbe Leidenschaft für Eishockey wie mit 19 Jahren?

Die Leidenschaft und Faszination für das Eishockey ist immer noch da. Die Kameradschaft im Team ist toll und den Hunger nach Erfolg sollte jeder Profisportler bis ans Karriereende spüren.

Mit Marco Bührer sprach Stéphane Z. Ducret im Dezember 2015, www.vitamag.ch
PS: Im Januar 2016 gab Marco Bührer das Ende seiner Karriere bekannt.

Photo: Pascal Corbat, www.pascalcorbat.com, Adrien Perritaz/Hockey Hebdo

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