Diabetes, Insulintherapie und technologische Fortschritte

Als vor 25 Jahren die ersten Insulin-Pens die Injektionen mit Spritze ersetzten, vereinfachte dies das Leben von Menschen mit Diabetes wesentlich. Damit die Behandlung wirklich in den Alltag integriert wird, müssen diese  «Pens», die ähnlich wie Kugelschreiber aussehen, den Wünschen und Bedürfnissen der Betroffenen optimal entsprechen.

Ziel der Insulintherapie ist es, die körpereigene Ausschüttung von Insulin so genau wie möglich nachzubilden und den Blutzuckerspiegel (d. h. den Glucosegehalt im Blut) auf einem angemessenen Niveau zu halten. Wenn dies nicht der Fall ist, kommt es zu einer Hypo- oder einer Hyperglykämie. Solche Unter- oder Überzuckerungen können längerfristig die für Diabetes typischen Komplikationen wie Nierenprobleme, Sehbeschwerden oder Neuropathien zur Folge haben.

Die Technik im Dienst des Diabetes

Für Ruth Hirschmann, Diabetesfachberaterin und Leiterin der Diabetesberatung am Uni-
spital Zürich, «orientert sich die Wahl des Insulin-Pens an sehr persönlichen Kriterien. Manche Patienten wollen vor allem einen kleinen Pen, andere gewichten Kriterien wie Handhabung, Gewicht oder Wiederbefüllen höher. Wichtig sind aber auch das Design und die Möglichkeit, aus verschiedenen Farben auszuwählen, denn immerhin begleitet dieses Accessoire die Betroffenen Tag für Tag, und häufig benützen sie den Pen auch in der Öffentlichkeit.»

Ruth Hirschmann erklärt, dass «ein neuer Pen oder ein neues Glukometer (Gerät zur Messung des Blutzuckerspiegels) Patienten neu motivieren kann, die zuvor Schwierigkeiten hatten, die Behandlung zu befolgen. Die Qualität der Betreuung kann sich verbessern, wenn man die Wünsche der Patienten bei der Wahl des Instruments stärker berücksichtigt.»
Eine besonders wichtige Rolle spielt die Beraterin, wenn Personen mit Typ-2-Diabetes nach einer Behandlung mit Tabletten zu Injektionen wechseln. «Wir erklären den Patientinnen und Patienten, welche Vorteile ihnen eine Insulintherapie bringt, und tun unser Möglichstes, ihnen die Angst vor den Injektionen zu nehmen. Auf jeden Fall sind bei den neuen Generationen von Pens die technischen Aspekte wie das Auswechseln der Insulinpatrone und der Nadeln kein Hindernis mehr, selbst bei älteren Personen», erklärt Ruth Hirschmann.