Der Säure-Basen-Haushalt

Ein bisher eher vernachlässigter Faktor verdient laut aktuellen medizinischen Untersuchungen mehr Beachtung: der Saure-Basen-Haushalt im menschlichen Körper. Wer sich ausgewogen ernähren und seinen Körper gesund erhalten will, sollte darauf achten, dass Säuren- und Basenbildner in der Nahrung in einem ausgewogenen Verhältnis stehen.

Denn die Aufnahme der Lebensmittel durch den Organismus ist verbunden mit der Entstehung saurer oder basischer Stoffwechselprodukte. Die übermässige Einnahme von Saurebildnern führt zu einer Azidose (Übersäuerung) der Gewebe. Dies beschleunigt den Alterungsprozess und erhöht die Anfälligkeit für zahlreiche Krankheiten, darunter Nieren- und Gallenkrankheiten, Rheuma, Diabetes und sogar Krebs.

Richtig essen

Die grössten Säurebildner sind raffinierter Zucker und Süssigkeiten, Weissmehl und dessen Nebenprodukte, gehärtete Fette, raffinierter Öle, Fettbouillon, Alkohol, Kaffee und Tee. Ebenfalls säurebildend, aber in einem geringeren Ausmass, sind Fleisch, Fisch, Eiweiss, rezente, gereifte Käsesorten sowie Hülsenfrüchte.

Zu den Basenbildnern gehören: Gemüse (ausser Artischocke, Spargel, Rosenkohl und Lauch), Gemüsesäfte und -bouillon, Obst und Obstsafte (ausser Aprikose, Orange und Pflaume), Dörrfrüchte, Kräuter, Soja und dessen Nebenprodukte, Kartoffel, Mandel, Olivenöl, Milch, Joghurt, Frischkäse, Eigelb und Kräutertee.

Es gibt auch Lebensmittel, die ein ausgewogenes Säure-Basen-Verhältnis bewirken Dazu gehören Vollkorngetreide, Vollkornbrot und -teigwaren, kaltgepresste Öle, frisch, ungesottene Butter und unraffinierter Zucker.

Was tun bei Azidose?

Die Tendenz zur Azidose nimmt während Krankheiten, besonders chronischer und/oder Infektionskrankheiten, in Stressperioden und mit der Einnahme gewisser Medikamente (vor allem Aspirinderivate und nichtsteroidale-Entzündungshemmer) zu.
Die Beseitigung dieser Störung setzt natürlich eine Änderung der Ess- und Lebensgewohnheiten voraus. Ergänzend dazu können alkalische Zitrate in Pulver- oder Tablettenform eingenommen werden.

  • Die Azidose darf übrigens nicht mit einer Übersäuerung des Magens verwechselt werden (obgleich die beiden Störungen oft gepaart auftreten).
  • Weiter hat die säurebildende Wirkung eines Lebensmittels nichts mit dessen Geschmack zu tun. Die sehr sauer schmeckende Zitrone etwa ist einer der stärksten Basenbildner.