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Angemessene körperliche Aktivität und Krebs

35 % der Erwachsenenbevölkerung ist körperlich inaktiv. Mehrere Studien haben gezeigt, dass körperliche Aktivität (KA) mit einer Risikoverminderung für gewisse Krebsarten einhergeht und das psychische Wohlbefinden Krebsbetroffener während der Krebstherapie sowie nach der Remission steigert.
 

 

Körperliche Aktivität und Krebs

KA übt eine Schutzwirkung gegen gewisse Krebsarten aus. Das Risiko, an Darm-, Gebärmutterschleimhautund Brustkrebs zu erkranken, lässt sich dank KA um 20 % bis 27 % senken.1 Die KA muss für die Erreichung dieser Werte weder intensiv noch längerfristig ausgeübt werden. Für die übrigen Krebsarten, wie z. B. Lungen-, Eierstock-, Bauchspeicheldrüsen- oder Prostatakrebs, wurde die Wirkung von KA nicht klar definiert.

 

Inaktivität und Krebs

Bewegungsmangel erhöht das Krebsrisiko erwiesenermassen.1 So steigt zum Beispiel das Darmkrebsrisiko um 60 % bei Männern, die täglich mehr als 9 Stunden vor dem Fernseher verbringen. Gleiches gilt für Eierstock- und Gebärmutterschleimhautkrebs: Bewegungsmangel lässt das Risiko um 55 % bzw. 45 % ansteigen.

 

KA nach der Krebsdiagnose

Die meisten Betroffenen reduzieren ihre KA, sobald die Krebsdiagnose gestellt wird. Jedoch würde gerade eine moderate und angemessene KA nicht nur ihr Wohlbefinden steigern, sondern auch die Behandlungswerte positiv beeinflussen. So lässt sich zum Beispiel bei Brustkrebs die Überlebenswahrscheinlichkeit durch 1 oder mehrere Stunden KA pro Tag nachweislich steigern. 2 Die Faktoren, welche die Betroffenen von einer KA abhalten, können körperlicher oder psychischer Natur sein. Erschöpfung, Schmerzen, Motivationsmangel und Traurigkeit sind die wesentlichen Hinderungsgründe.3 Die Abnahme der KA ist vor allem bei Betroffenen mit einer Chemotherapie und Metastasierung festzustellen.

 

KA und Krebsüberlebende

Generell zeigt KA für Krebsüberlebende eine positive Wirkung auf Angstgefühle, Fitness, Konstitution, Selbstwert … Nach der Remission fördert sie eine raschere Regeneration und verlängert dank ihrer Schutzwirkung, je nach Krebsart und Aktivität, die Lebenserwartung. So führt zum Beispiel KA vor und nach der Diagnose zu einer Reduktion der Krebsmortalität bei Dick- und Mastdarm- sowie bei Brustkrebst. Krebsbetroffene sollten sich während der Therapie sowie nach der Remission bewegen. Körperliche Aktivitäten und Bewegungsprogramme sollten angemessen auf die Fähigkeiten der Betroffenen zugeschnitten sein, wobei hinderliche Faktoren, welche die Betroffenen von KA abhalten, zu beseitigen sind.

1 Leitzmann et al. 2015
2 Palesh et al. 2017
3 Romero et al. 2017

 

Dr. Raphaël Nguyen, Doktorat in Biowissenschaften (Bewegungsphysiologie), leitet die multidisziplinäre Praxis METICS Gesundheit & Leistung, www.metics.ch.

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