Artikel Nr. 887 | Ausgabe Nr 65 | 2009

Im Gespräch mit... Gil Montandon

Eiserne Gesundheit! Als Verlagsleiter komme ich immer wieder in den Genuss besonderer Begegnungen. Hierzu gehört auch jene mit Gil Montandon. Sie beschrankt sich nicht auf das Interview einer lebenden Legende des Schweizer Eishockeys. Das Gesprach mit Gil Montandon war auch eine bereichernde zwischenmenschliche Begegnung mit einer faszinierenden Persönlichkeit.

Wo haben Sie mit Eishockey begonnen?

In Neuenburg bei den Young-Sprinters, mit 12 Jahren.

Und bei welchen Clubs sind Sie gross geworden?

Die ersten 5 Saisons war ich bei Neuenburg, dann ein Jahr beim HC Lausanne, dann fünf Jahre bei Fribourg-Gottéron, anschliessend zehn Jahre beim SC Bern, um dann wieder zu Fribourg zurückzukehren. Hier spiele ich nun meine zehnte Saison.

Sie spielen seit 25 Jahren in der Nationalliga A. Können Sie uns ein paar Kennzahlen zu Ihrer Karriere nennen?

Bis heute habe ich über 1000 Spiele in dieser Liga absolviert, über 400 Goals und mehr als 450 Zuspiele erzielt. Ich wurde 185 Mal in die Nationalmannschaft gewählt und war bei 12 A- und B-Weltmeisterschaften sowie zweimal bei den Olympischen Spielen dabei.

Sie sind heute 43 und ­spielen noch immer in der Nationalliga A. Was ist Ihr Geheimnis?

Ich habe mir seit meiner Jugend eine Siegermentalität zugelegt. ­Körperliches Training nehme ich sehr ernst, dabei habe ich aber nach wie vor Freude am Spiel. So konnte ich mir eine derart lange Karriere erhalten. Natürlich trinke ich keinen Alkohol, ernähre mich sehr gesund und höre auf meinen Körper, um mir die nötigen Ruhephasen zu gönnen.

Sagen Sie uns etwas über Ihre Familie?

Ich bin verheiratet und habe 2 Söhne im Alter von 14 und 17. Der Jüngere spielt beim HC Fribourg-Gottéron, der Ältere bei Neuenburg.

Wann hört Gil Montandon auf?

Obwohl ich das nicht unbedingt ankündigen möchte, wird dies vermutlich meine letzte Saison sein. Ich sage mir natürlich, es sei die zweitletzte, damit ich sie nicht verpfusche.

Gibt es denn eine Zukunft ohne Eishockey?

Ich bleibe weiterhin in diesem Bereich tätig, damit ich die langjährige Erfahrung für andere nutzbar machen kann. Ich werde u. a. Direktions­mitglied eines neuen Sportzentrums, des PALESTRA, das zurzeit in ­Farvagny FR gebaut wird.


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Isabelle Hulmann Serge C. Ducret

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Interview
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